Rote Katzen: 10 Mythen und Fakten über die Rotschöpfe

Eine rote Katze bei sanftem Sonnenlicht im Freien

Rote Katzen sind sehr interessante Geschöpfe: So gelten sie als menschenlieb, verfressen und etwas durchgedreht. In diesem Artikel schauen wir uns die Geheimnisse roter Stubentiger an – was entspricht der Wahrheit – und was ist doch nur ein Mythos?

Menschen bringen bei Katzen die Fellfarbe oft mit bestimmten Eigenschaften in Verbindung. So gelten getigerte Katzen als besonders unabhängig, schwarzen Katzen wird nachgesagt, sie würden Unglück bringen. Weiße Katzen stehen angeblich gerne im Mittelpunkt, sind wählerisch und sanft.

Auch über Katzen mit rotem Fell kursieren allerhand Gerüchte. Sie gelten als besonders intelligente und sehr menschenbezogene Haustiere. Allerdings sollen sie auch ein klein wenig verrückt und obendrein verfressen sein. Was auf jeden Fall stimmt: Rote Samtpfoten sorgen mit ihrem leuchtenden Fell für aufsehen und sind äußerst beliebt, auch bei Prominenten.

Schauen wir uns die spanndenen Geheimnisse und interessanten Fakten über Rote Katzen an – Welche Behauptungen über sie treffen zu und welche sind eher eine unbewiesene Erzählung?

Sind rote Katzen immer männlich?

Begegnet man einer roten Katze, dann handelt es sich meist um ein Männchen. Daher ist die Frage, ob alle rothaarigen Fellnasen männlich sind, nicht unberechtigt.

Tatsächlich gibt es auch weibliche rote Katzen, aber sie sind klar in der Minderheit. Studien haben ergeben, dass es sich bei nur rund 20% der Rotschöpfe um Weibchen handelt.

Warum rote Kater bei roten Katzen so klar in der Überzahl sind, lässt sich leicht erklären.

Die Fellfarbe wird bei Katzen über das X-Chromosom vererbt. Während männliche Tiere über ein X- und ein Y-Chromosom verfügen, tragen Weibchen ein zwei X-Chromosomen.

So reicht es bei einem Männchen aus, wenn die Mutter über eine rote Fellfarbe verfügt. Bei Weibchen müssen hingegen beide Elterntiere rotes Fell haben um es an ihre Tochter weiterzugeben. Das ist natürlich viel seltener der Fall.

Die roten Mädels verfügen dafür über eine Besonderheit: Nur sie können ein dreifabiges Fell haben. Rote Flecken sind bei diesen sogenannten “Schildpattkatzen” meist mit weiß und schwarz oder grau gemischt. Weil Samtpfoten mit drei Farben im Fell angeblich Glück bringen sollen, werden sie auch “Glückskatzen” genannt.

Charakter – Schmusig und lieb oder doch ein bisschen verrückt?

Eine rote Katze springt im Freien durch die Luft, hat dabei einen wilden Blick.
Immer etwas verrückt, aber auch irre verschmust: Roten Katzen wird ein besonderer Charakter nachgesagt

Rote Katzen werden oft als sehr verschmust und dem Menschen zugewandt wahrgenommen. Da ist durchaus etwas dran – liegt aber mehr am Geschlecht der Tiere und nicht an ihrer Fellfarbe:

Kater sind generell zutraulicher als weibliche Katzen, fordern auch öfter Streicheleinheiten ein. Kätzinnen haben in der Natur die große Verantwortung, sich um ihren Nachwuchs zu kümmern und durch die Jagd mit Futter zu versorgen. Da bleibt wenig Zeit für Zärtlichkeiten.

Und da der Großteil der roten Katzen nun einmal männlich ist, empfinden wir Rotschöpfe allgemein als sehr freundliche und liebebedürftige Haustiere.

Aber der roten Katze werden noch mehr Charaktereigenschaften zugesagt: So sollen sie durchaus Temperament haben und zu einem wilden, manchmal clownhaften Verhalten neigen. Auch unvermittelt auftretendes aggressives Verhalten wird roten Katzen nachgesagt.

Das kann man allerdings getrost als Mythos abtun – Die Fellfarbe einer Katze lässt keine Schlüsse auf ihren Charakter zu. Katzen sind genau wie wir Menschen Individuen, jede Sampfote hat also ihr ganz eigenes Wesen. Rote Katzen sind also nicht durchgedrehter als andersfarbige Artgenossen.

Rothaarige Katzen sind beliebt und leicht zu vermitteln

Tatsächlich konnte in Studien nachgewiesen werden, dass rote Katzen in Tierheimen schneller ein neues Zuhause finden als Andere. Der Grund dafür: Zum einen ihr auffälliges Aussehen. Hinzu kommt, dass sie, wie bereits beschrieben, als besonders angenehm wahrgenommen werden.

Rote Katzen sind gefräßig

Dass rote Katzen als verfressener als andersfarbige Artgenossen wahrgenommen werden, hat zwei Gründe. Zum einen kommt ein rotes Fell besonders oft bei großen und kräftigen Katzenrassen wie der Britisch Kurzhaar oder der Maine Coon Katze vor. Diese fressen generell mehr und betteln auch gerne mal.

Zum anderen hat wohl jeder den Garfield im Hinterkopf – der rote Cartoon-Kater hat kaum etwas anderes als Fressen im Kopf.

Dass rothaarige Katzen tatsächlich esslustiger sind als Andersfarbige, konnte nicht nachgewiesen werden.

Eine gefräßige rote Katze klaut Fleisch aus der Küche
Sind rote Katzen wirklich besonders verfressen?

Rote Katzen sind keine eigenständige Rasse

Diese Frage tritt regelmäßig auf: Nein, Rote Katzen sind keine eigenständige Katzenrasse.

Bei folgenden Rassen ist ein rotes Fell möglich:

  • Britisch Kurzhaar,
  • Norwegische Waldkatze
  • Devon Rex
  • Schottische Faltohrkatze
  • Europäische Kurzhaarkatze
  • Perserkatze
  • Maine Coon
  • und viele weitere

Das Fell ist nie komplett rot oder Orange

Eine rote Katze hat nie ein komplett einfarbig rotes Fell. Es ist immer eine Fellzeichnung vorhanden. Dabei können alle sogenannten Tabby Muster vorhanden sein:

  • Getiert
  • Getupft
  • Getickt
  • Gestromt

Die Farbe der Akzente des Tabbys ist dabei dunkler als die Grundfarbe des Fells. Für die Färbung der Haare, die von einem hellen, leuchtenten Orange bis hin zu einem satten Kuperton reichen kann, ist übrigens das Pigment Phänomelanin verantwortlich – genauso wie bei Menschen mit roten Haaren.

Rote Katzen haben bezaubernde goldene oder blaue Augen

Generell können jede bei Katzen mögliche Augenfarbe haben. Besonders heufig vertreten sind aber bernsteinfarbene und blaue Augen.

Beides passt natürlich zum feurig roten Fell, und lässt die rote Katze erst recht zu einem Hingucker werden.

Für blaue Augen ist bei Katzen übrigens das Teilalbinogen verantwortlich, welches bei Katzen mit hellem Fell auftreten kann.

Rote Katzen haben Sommersprossen

Nach etwa dem ersten Lebensjahr können sich bei orange-roten Katzen dunkle Flecken an Nase und Lippen bilden, die sehr den menschlichen Sommersprossen ähneln.

Das ist typisch für rote Samtpfoten und kein Grund zur Besorgnis. Es handelt sich um Pigmentflecken, die entstehen, wenn sich lokal besonders viel Melanin in der Haut einlagert. Nur, wenn sich die schwarzen Flecken erhaben anfühlen, sollte ein Tierarzt ein Auge darauf werfen.

Achtung: Rote Katzen sind ziemlich sonnenempfindlich, ähnlich wie weiße Katzen. Deshalb kann es schnell zu Sonnenbrand und in der Folge krankhaften Hautveränderungen kommen. Im Sommer sollten Katzen mit heller Fellfarbe die Nase mit Baby-Sonnencreme ohne Zusätze eingecremt bekommen.

Mythen und Legenden über Rote Katzen

Eine rote Katze mit einem deutlich sichtbaren "M" in der Zeichung auf der Stirn
Man beachte das “M” auf der Stirn…

Selbst in religiöse Erzählungen haben es rote Miezen geschafft: So kursieren gleich zwei Legenden, woher sie das typische “M” auf der Stirn tragen.

So soll eine rote Katze sich zu dem Jesuskind gelegt und es in der kalten Nacht gewärmt haben. Zum Dank hat Maria sie gesegnet und das “M” als Zeichen ihrer Dankbarkeit hinterlassen haben.

Auch im Islam erzählt man sich ähnliches: So hat eine rote Katze den Propheten Mohammed vor dem Biss einer giftigen Schlange bewahrt haben. Sie hat dem Reptil , Sekunden bevor es zuschnappen wollte, den Kopf abgebissen. Demnach hat der Prophet die M-förmige Zeichnung, den Anfangsbuchstaben seines Namens, zum Dank hinterlassen.

Das “M” auf der Stirn kommt allerdings nicht nur bei roten, sondern auch bei allen anderen Katzen mit Tabby-Zeichnung vor.

Berühmte rote Katzen

Durch ihre Beliebtheit und ihr ins Auge stechendes Äußeres ist es nur logisch, dass so manche rote Katze zum Star geworden ist. Hier eine Liste mit roten Katzen die es zu echter Berühmtheit geschafft haben:

  • Der gestiefelte Kater (aus den “Shrek” Filmen)
  • Garfield (Cartoon)
  • Bob der Streunerkater (Film)
  • Azrael (aus “die Schlümpfe”)
  • Butterblume (aus “Die Tribute von Panem)
  • Spot (aus “Star Trek”)
  • Krummbein (aus “Harry Potter”)

Darüber hinaus sind viele Prominente aus aller Welt Liebhaber von roten Fellnasen. So teilen Promis wie Ed Sheeran, Mariah Carey, Jerry O`Connel oder Kate Walsh teilen ihr Leben mit roten Stubentigern.

Bildquellen:

  • 1. Alexander Sobol / Shutterstock.com
  • 2. Rita_Kochmarjova / Shutterstock.com
  • 3. Vova Shevchuk / Shutterstock.com
  • 4. MelashaCat / Shutterstock.com
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