Hund leckt an den Pfoten: Was sind die Gründe?

Sie tragen unsere Fellnasen durchs Leben – die Hundepfoten. Gelegentliches Lecken der Pfoten gehört bei Hunden zum üblichen Pflegeverhalten. Aber was, wenn die Vierbeiner nicht mehr damit aufhören? Wir gehen den Ursachen auf den Grund.

Hund leckt Pfoten
Inhalt

Wie viel Pfotenlecken ist normal und wann wird es zum Problem?

Die Pfoten unsere Hunde müssen eine Menge aushalten. Nach einem langen Spaziergang durch Wiesen und Felder oder einem rasanten Ballspiel pflegen Hunde ihre Pfoten, lecken sie mit der Zunge sauber und versorgen so minimale Risse oder Verletzungen selbstständig.

Durch den Speichel heilen die Spuren der täglichen Belastungen folgenlos ab, und die Pfoten bleiben gesund.

Problematisch wird es, wenn der Hund die Pfoten nicht mehr in Ruhe lassen kann und womöglich noch zu knabbern oder nagen beginnt. Wenn dein Vierbeiner nicht mehr davon abzubringen ist, seine Pfoten zu bearbeiten, solltest du einen genaueren Blick auf die Pfoten des Hundes werfen.

Übertriebenes Pfotenlecken des Vierbeiners ist keineswegs harmlos und kann zu schwerwiegenden Sekundärinfektionen führen. Dann kommt zur ursprünglichen Ursache noch ein Leckekzem hinzu, welches das Problem noch verschärft.

Pfotenlecken bei Hunden – welche Ursachen gibt es?

Erfahre hier, was die Ursachen sein könnten und was du unternehmen kannst, wenn du verstärktes Pfotenlecken und Benagen bei deinem Hund beobachtest.

Fremdkörper

Eine häufige Ursache für plötzliches Belecken der Pfoten ist ein Fremdkörper wie Dornen, Grannen oder Glassplitter. Oft fängt der Vierbeiner auch noch an zu humpeln, um die betroffene Pfote zu entlasten. Gelingt es, kleine Fremdkörper rasch zu entfernen, heilt die Verletzung meist komplikationslos ab.

Vor allem bei langhaarigen Hunden können Fremdkörper, die länger unbemerkt bleiben, schmerzhafte Zwischenzehenfisteln verursachen, die vom Tierarzt behandelt werden müssen.

Verletzungen / Wunden

Hund leckt Pfoten Grund
Hund leckt Pfoten: – Verletzungen können ein möglicher Grund sein

Bei einer Verletzung reagieren die meisten Hunde mit Lecken der schmerzhaften Pfote. Die Ursachen können vielfältig sein – Verbrennungen oder Schnitte sind meist auf einen Blick zu erkennen und müssen rasch vom Hundebesitzer oder Tierarzt behandelt werden, um Entzündungen vorzubeugen.

Auch stumpfe Verletzungen wie Verstauchungen gehören tierärztlich abgeklärt. Eine abgebrochene oder ausgerissene Kralle schmerzt den Hund und führt zu Pfotenlecken. Verletzte Pfoten müssen sauber gehalten werden. Eine Wunde lässt sich mit Verbänden oder Socken schützen, um Infektionen zu vermeiden.

Parasiten

Die Pfoten haben besonders viel Kontakt mit der Umwelt und sind somit Angriffsfläche für Parasiten. Zwischen den Zehen des Hundes fühlen sich die unangenehmen Plagegeister besonders wohl.

Grasmilben können sich dort festsetzen und für Juckreiz sorgen, aber auch andere Milbenarten wie Demodexmilben finden sich an den Pfoten.

Gerne saugen sich auch Zecken zwischen den Zehen fest, und dein Hund versucht sich durch Schlecken von den Blutsaugern zu befreien.

Insektenstiche

Hunde laufen gern durch Wiesen, wo sich auch viele Krabbeltiere aufhalten. Dort können sie sich Stiche von Bienen, Wespen oder anderen Insekten an den Pfoten einfangen. Auf die schmerzhaften, juckenden und brennenden Stiche reagieren die meisten Hunde mit intensivem Lecken der Pfote. Entferne ggf. Reste des Stachels und kühle die Einstichstelle.

Hund knabbert Ballen Pfote
Auch häufiges knabbern an Pfote und Ballen kann ein Zeichen sein, dass etwass nicht stimmt

Pilzinfektionen

Unter bestimmten Bedingungen können Hautpilze oder Hefepilze an den Pfoten von Hunden für Reizungen und Jucken sorgen. Möglicherweise hat der Vierbeiner eine Allergie, oder die Hautbarriere ist bereits durch häufiges Lecken der Pfoten gestört – dann finden Pilze einen idealen Nährboden. Mit speziellen Shampoos können Pilze auf Hundepfoten behandelt und der Juckreiz beseitigt werden.

Allergien

Eine Reihe von Allergien kann zu juckenden Pfoten bei Hunden führen. Genaues Beobachten ist bei Kontaktallergien besonders wichtig.

Die Gräser– und Pollenallergie tritt saisonal auf, wenn der Hund in der warmen Jahreszeit mit den Allergenen in Berührung kommt. Bei manchen Hunden verursacht der Kontakt mit Putzmitteln oder Streusalz eine allergische Reaktion und Juckreiz an den Pfoten.

Bei einer Futtermittelallergie ist der Zusammenhang mit dem Pfotenlecken oft nicht gleich zu erkennen. Mit einer Ausschlussdiät kann festgestellt werden, welches Futter den Juckreiz an den Hundepfoten verursacht.

Hund Pfote Tipps
Ein Verband oder Söckchen schützt die Pfote beim Hund vor Entzündungen, verhindert weiteres Lecken

Schmerzen

Auch Schmerzen an anderen Körperstellen können sich durch Pfotenlecken äußern. Hunde lecken oder knabbern dann an ihren Pfoten, um sich zu beruhigen und von den Schmerzen abzulenken.

Psychische Ursachen

Nicht zuletzt können auch psychische Gründe dahinterstecken, wenn dein Hund mit dem Lecken der Pfoten nicht mehr aufhören will. Zuerst sollten jedoch körperliche Ursachen ausgeschlossen werden.

Verhaltensauffälligkeiten wie Pfotenlecken sind bei Hunden auch ein Anzeichen von Stress. Dahinter können Angst, Probleme mit dem Alleinbleiben oder auch Langeweile stecken. Das Lecken der Pfoten setzt Endorphine frei und verursacht so angenehme und beruhigende Gefühle bei der Fellnase. Die Gefahr ist groß, dass sich das Verhalten verfestigt, daher solltest du rechtzeitig gegensteuern.

Das A und O der Pfotenpflege

Hund Ballen trocken Pflege Tipps
Sind die Ballen im Winter trocken und rissig, ist Pflege durch den Menschen nötig

Damit die Pfoten unserer Fellnasen gesund und belastbar bleiben, brauchen sie regelmäßige Versorgung. Zur Pflegeroutine für Hundepfoten gehören:

  • Pfotenkontrolle: Nach jedem Spaziergang die Pfoten checken und nach Verletzungen oder Fremdkörpern absuchen.
  • Krallen schneiden: Die Krallen sollten regelmäßig gekürzt werden, um die Pfoten der Vierbeiner gesund zu halten.
  • Haare kürzen: Bei langhaarigen Hunden sollten die Haare an den Pfoten und zwischen den Zehen kurz gehalten werden, damit sich keine Verfilzungen bilden.
  • Reinigen und pflegen: Säubere besonders bei feuchtem Wetter und bei Schnee die Pfoten von Schmutz und trockne sie danach ab. Empfindliche Pfoten können mit speziellen Pflegeprodukten geschützt und geschmeidig gehalten werden.

Pfotenbalsam und Hausmittel

Gerade im Winter, wenn die Haut an den Pfoten des Hundes durch die Kälte und Streusalz stark beansprucht wird, ist eine Behandlung mit Pfotenbalsam zu empfehlen. Es kann aber auch zu Hausmitteln wie Kokosöl gegriffen werden. Andernfalls werden die Pfotenballen schnell rissig, was auch zu einer Entzündung führen kann.

Ein weiteres Hausmittel: Kompressen mit mit kaltem Kamillentee verschaffen Linderung bei Juckreiz.

Fazit

Wenn ein Hund die Pfoten übermäßig leckt, können vielfältige Gründe dahinterstecken. Von Fremdkörpern, Verletzungen, Parasiten und Allergien bis zu psychischen Problemen reichen die möglichen Ursachen. Die Versorgung der Pfoten sollte fixer Bestandteil der Hundepflege sein und hilft, die Pfoten gesund zu halten und übertriebenem Pfotenlecken vorzubeugen.

FAQ – häufige Fragen

Wenn dein Hund seine Pfoten leckt, können viele Ursachen dahinterstecken. Fremdkörper, eine Verletzung, Parasiten und Insektenstiche, aber auch eine Pilzinfektion oder Allergien verursachen Schmerzen oder Juckreiz an den Pfoten. Durch Lecken verschafft sich der Hund Linderung. Manche Hunde reagieren mit Pfotenlecken auf Stress oder psychische Probleme.

Lecken der Pfoten ist bei Hunden normales Verhalten und gehört zur Körperpflege der Vierbeiner. Wenn der Hund die Pfoten wundleckt oder übertrieben benagt, geht es jedoch über das normale Maß hinaus und sollte beobachtet werden. Bei der Suche nach der Ursache solltest du dich mit deinem Liebling an deinen Tierarzt wenden.

Wenn dein Hund übermäßig an seinen Pfoten leckt, solltest du zuerst die Ursache finden und beseitigen. Halte deine Fellnase ev. mit Verbänden, Socken oder einer Halskrause vom weiteren Lecken ab, damit kein Leckekzem entsteht.

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Angela Steinmötzger
Ich bin erfahrene Tier-Autorin, sowie langjährige Hunde- und Katzenhalterin. Ich lasse meine persönlichen Erfahrungen sowie genaue Recherche in meine Artikel einfließen – ebenso wie meine Liebe zu Haustieren!
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