Axolotl: Haltung im Aquarium – Alle Infos

Axolotl Haltung Aquarium

Der aus Mexiko stammende Axolotl (Ambystoma mexicanum) gehört zu den Querzahnmolchen und ist seit geraumer Zeit auch in Deutschland ein echtes Trendhaustier. Seine variationsreiche Farbgebung und das besondere Äußere machen den Schwanzlurch zu einem wahren Highlight im Aquarium. Erfahre in diesem Artikel alles, was du über die Biologie und Haltung dieses beeindruckenden Geschöpfs wissen musst.

Steckbrief

Hier alle wichtigen Infos über den Exoten unter den Haustieren:

  • Herkunft: Mexiko
  • Klasse: Amphibien
  • Ordnung: Schwanzlurche
  • Familie: Querzahnmolche (Ambystomatidae)
  • Wissenschaftlicher Name: Ambystoma mexicanum
  • Größe: 23-28 cm
  • Gewicht: 60-200 g
  • Nahrung: Würmer, Krebse, Fische
  • Lebenserwartung: 10-20 Jahre
  • Farben: Albino, grau, schwarz, beige, sowie gold
  • Besondere äußere Merkmale: federartige Kiemen
  • Preis: Ca. 25 – 35 Euro

Aussehen

Der Axolotl nimmt eine besondere Stellung unter den Amphibien ein: Zum einen lebt er zum größten Teil unter Wasser, zum anderen bleibt er sein Leben lang im Larvenstadium. Er tritt also nicht in die Metamorphose ein, sondern pflanzt sich sogar im Larvengestalt fort.

Der flache Kopf des Axolotl und sein breites Maul zählen ebenfalls zu seinen Besonderheiten. Letzteres erweckt den Eindruck, als würde der Molch breit lächeln. Ins Auge fallen auch die dunklen kleinen Augen der Tiere, die zierlichen Arme und der Ruderschwanz, mit dem sie sich im Wasser fortbewegen.

Größe und Geschlecht

Erwachsene Axolotl bringen es auf eine Länge von etwa 23 bis 28 Zentimeter, in seltenen Fällen können sie aber auch 30 bis 40 Zentimeter lang werden.

Durch die sogenannte Kloake der Tiere kann man Männchen und Weibchen unterscheiden. Während die Kloake sich bei den Männchen leicht nach außen wölbt, ist sie bei ihren weiblichen Artgenossen flach.

Axolotl Farben

Axolotl (Ambystoma mexicanum) sind in der Natur grau-schwarz gefärbt
Axolotl (Ambystoma mexicanum) sind in der Natur grau-schwarz gefärbt

Seitdem Alexander von Humboldt den Axolotl nach Europa brachte, wurden Axolotl in verschiedenen Farben und Formen gezüchtet. In Deutschland sind vor allem Albino Axolotl zu finden. Aber auch dunkle, schwarze oder graue Farbschläge sind hierzulande unter den Axolotln gängig.

Zu den Züchtungen beim Axolotl gehören außerdem weiße und beigefarbene, goldene und gefleckte Tiere. Seltene Exemplare sind kupferfarben oder “axantische Axolotl”, die farblos sind und fast transparent wirken.

Freilebende Axolotl sind gräulich-schwarz, die Haut ist hellgrau und sie haben dunkle Flecken. Dabei stehen die Kiemenäste bzw. Kiemenanhänge mit ihren roten Lamellen von den beiden Kopfseiten ab.

Haltung eines Axolotls als Haustier

Einzelhaltung oder zu zweit? Welche Tiere können mit dem Axolotl gehalten werden?

Axolotl dürfen allein gehalten werden, können sich ihr Aquarium aber auch mit Artgenossen teilen. Du solltest lediglich darauf achten, dass sich die Tiere verstehen und keine Kämpfe untereinander austragen.

Die Haltung mit anderen Tieren ist nicht zu empfehlen, da die Lurche nur selten gut mit ihnen auskommen. Kleine Fische betrachten Axolotl vorrangig als Futter.

Ernährung

Axolotl legen sich auf die Lauer, um Jagd auf kleine Fische und Krebstiere zu machen. Sobald ein Beutetier vorbeikommt, schlagen sie zu. Ebenfalls auf dem Speiseplan stehen wirbellose Tiere wie Insektenlarven und der Laich anderer Lurche. Ab und zu fressen Axolotl auch ihre eigenen Nachkommen.

In der Heimhaltung kannst du deinen Axolotl mit Insekten und Larven, Mücken, Regenwürmern und Fliegen füttern. Während jüngere Tieren täglich fressen sollten, reicht es bei erwachsenen Exemplaren aus, sie zweimal in der Woche zu füttern.

Wichtig: Dimme das Licht vor der Fütterung herunter. Axolotl sind nachtaktive Wesen und werden es zu schätzen wissen.

Axolotls Fütterung
Erwachsene Axolotls müssen nur zweimal pro Woche gefüttert werden

Gesundheit

Gefährlich für die Gesundheit des Axolotls sind zu hohe Temperaturen und eine zu starke Wasserzirkulation,. Beides führt bei Axolotl zu Stress, der schnell lebensbedrohlich werden kann. Auch zu hohe pH-Werte sind ungünstig, da sie dazu beitragen, dass Ammonium in giftiges Ammoniak umgewandelt wird.

Ist der Ammoniak-Anteil zu hoch, wirkt das Ammoniak wie ein Gift und führt langfristig zum Tod der Molche. Überprüfe den pH-Wert deshalb häufig und halte ihn in einem für Axolotl gesunden Bereich.

Gefährlich ist auch ein Parasitenbefall, der bei Axolotl immer mal wieder vorkommt. Vor allem der Befall mit Kiemenkrebsen kann zu schweren Entzündungen führen. Wimpertierchen stellen ebenfalls eine Gefahr dar, ein Befall führt zu Trägheit und Fressunlust.

Bei bereits geschwächten Axolotl kann ein starker Befall mit Wimpertierchen zu schweren Erkrankungen führen. Flagellaten, die sich im Dickdarm ansiedeln, sorgen bei schwachen Axolotl für Schleimablagerungen und der Ablösung der Haut.

Eine große Gefahr für die Tiere ist der Befall mit Ichtyosporea-Einzellern. Diese führen zur Bildung von Hautbläschen aus, die aufplatzen und dann nicht mehr verheilen. Es kann zu Wucherungen kommen, gegen die es keine Behandlung gibt.

Lebenserwartung

Werden Axolotl artgerecht gehalten, können sie sehr alt werden. Das Mindestalter liegt bei acht bis zehn Jahren, durchschnittlich erreichen die Tiere ein Alter von 15 Jahren. Es gibt aber auch Tiere, die mit 25 oder 30 Jahren deutlich älter werden.

Ein goldener Axolotl
Ein goldener Axolotl

Wo leben Axolotl in der Natur?

Erstmals klassifiziert wurde der Axolotl von Alexander von Humboldt Anfang des 19. Jahrhunderts.

Ursprünglich verbreitet sind Axolotl lediglich in dem mexikanischen Süßwassersee Xochimilco, dem Chalco-See sowie einigen anderen kleinen Seen im Westen von Mexiko City. Im Unterschied zu anderen Lurchen, die auch an Land leben, verbringen die Tiere ihr gesamtes Dasein im Wasser.

Da Axolotl keine Strömung vertragen, leben sie in stehenden Gewässern der mexikanischen Hochebene. In der Regel halten sie sich am besonders ruhigen Gewässergrund auf.

Anforderungen an das Aquarium

Größe

Die Größe des Aquariums hängt davon ab, ob die Axolotl einzeln oder paarweise gehalten werden. Du hast zwei erwachsene Tiere? Dann sollte auch das Aquarium etwas größer sein, als es bei nur einem Tier wäre. Klar ist: Je mehr Axolotl gehalten werden, desto größer muss die Grundfläche des Aquariums sein.

Dies sind die Mindestanforderungen für die Aquarien-Größe:

  • 1 Tier: 100 Liter (z.B. 80x35x40 Zentimeter)
  • 2 bis 3 Tiere: 160 bis 200 Liter (z.B. 100x50x40 Zentimeter)

Rechne mit 50 bis 80 Litern “Platz” pro Axolotl als Aquarienbewohner. Dabei ist weniger die Höhe des Aquariums entscheidend, sondern die Grundfläche des Beckens.

Informationen zu Axolotln
Größe und Ausstattung des Aquarium sind enrom wichtig bei der artgerechten Haltung von Axolotln

Boden

Idealerweise legst du den Boden des Beckens mit feinkörnigem Sand aus. Achtung: Zu große Steine haben im Axolotl-Aquarium nichts zu suchen, da sie leicht verschluckt werden und einen tödlichen Darmverschluss nach sich ziehen können. Optimal ist eine Körnungsgröße von ein bis drei Millimetern.

Ausstattung

Grundvoraussetzung für eine artgerechte Axolotl Haltung ist ein ausreichend großes Aquarium, das viel freie Fläche am Boden sowie mehrere Rückzugsmöglichkeiten in Form von Höhlen und Wurzeln bietet. Da Axolotl sich vorzugsweise am Grund von Gewässern aufhalten, sollte die Beleuchtung eher schwach sein.

Unverzichtbar für die Haltung sind ein Filter und eine Wasserpumpe, die das Wasser kontinuierlich mit Sauerstoff anreichern. Besonders gut eignen sich Außenfilter, da sie das Wasser optimal reinigen und sich so im Becken selbst nur wenig Technik befindet. Wichtig: Das Wasser sollte nicht zu sehr in Bewegung kommen, da Axolotl dies als stressig empfinden.

Bei der Auswahl der Vegetation für das Aquarium gilt es, robuste Arten wie Moos, Wasserpest und Javafarn zu wählen. Ebenfalls gut geeignet sind Schwimmpflanzen, da die durch sie verursachte Abschattung den Axolotl nichts ausmacht.

pH-Wert und Temperatur

Freilebende Axolotl leben in kühlen, sauerstoffreichen Süßwasser-Seen. Man sollte sich daher bemühen, den Aquarienbewohnern ähnliche Bedingungen zu bieten.

Axolotl bevorzugen hartes Wasser mit einem pH-Wert zwischen 7 und 7,5. Sie fühlen sich aber bei Werten von 6,5 bis 8 wohl. Während Nitrite einen maximalen Anteil von 0,5 Gramm pro Liter ausmachen sollten, dürfen es von den Nitraten 25 Milligramm pro Liter sein.

Tatsächlich ist es so, dass Axolotl in zu weichem Wasser zeitweise ihre Farbe verlieren können. Gibt der Wasserhahn nur weiches Wasser her, kannst du es mit Salzen wie Kalium, Natrium und Kalzium anreichern.

Die Wassertemperatur sollte 12 bis 20 Grad Celsius betragen. Ideal ist es zwar nicht, aber auch Werte unter 10 Grad sind für die Lurche nicht gesundheitsschädlich. Werden die Temperaturen dagegen wärmer und klettern auf über 24 Grad, geraten die Tiere in Stress und schwimmen panisch im Becken herum.

Der Grund: Bei höheren Temperaturen wird der Stoffwechsel der Axolotl angeregt. Darüber hinaus kann es zu tödlichen Krankheiten kommen.

Weitere interessante Fakten und Fähigkeiten

Hingucker Molch Geldschein
Ein echter Hingucker: Ein Axolotl ziehrt in Mexiko den 50 Peso Geldschein

Fakt 1: Axolotl als heiliges Tier der Azteken

Tatsächlich stammt der Begriff Axolotl aus der Aztekensprache Náhuatl. Während “Atl” “Wasser” bedeutet, ist “Xolotl” ein aztekischer Gott. Man könnte das Wort Axolotl daher mit “Wassergott” oder auch “Wassermonster” übersetzen. Seinen Ursprung hat das faszinierende Lebewesen in den Seen rund um Mexiko-Stadt. Bei den Azteken galten Axolotl als heilige Tiere, die zuweilen aber auch gegessen wurden.

Fakt 2: Axolotl jagen durch Sog

Axolotl nehmen ihre Nahrung durch einen Saugmechanismus zu sich. Da die Tiere über eine hochkomplexe Schädelmorphologie verfügen, können sie ihr Maul sehr schnell aufreißen. So saugen sie das Wasser in ihrer Umgebung durch Kraft und Druck in ihre Mundhöhle. So verschlingt der Schwanzlurch seine Beute innerhalb eines Wimpernschlags.

Fakt 3: Axolotl verändern sich nicht wie andere Amphibien

Amphibien haben gemeinsam, dass sie den Prozess der Metamorphose durchlaufen (beispielsweise Verwandlung der Kaulquappe zum Frosch). Der Axolotl bildet eine Ausnahme, da diese Art in ständiger Neotenie verbleibt.

Statt sich vollständig zu metamorphisieren, bleiben Axolotl ihr Leben lang Larven. Der Grund: Es fehlt ihnen an dem schilddrüsenstimulierenden Hormon TSH, das andere Amphibien in der Metamorphose anregt. Aus diesem Grund bleiben Axolotl bis zu ihrem Tod im Larvenzustand, was man auch an den am Kopf sitzenden Kiemen erkennt.

Fak 4: Axolotl auf Geldscheinen

Seit 2022 ziehrt der Axolotl die 50 Peso Banknote in Mexiko. Damit soll darauf hingewiesen werden, dass der natürliche Lebensraum des Schwanzlurchs durch Urbanisierung und Verschmutzung bedroht ist. Wenn sich nicht ändett, wird es schon bald nur noch in Gefangenschaft lebende Axolotls geben. Der Geldschein wurde noch im selben Jahr der Herausgabe durch die International Bank Note Society zur Banknote des Jahres gekührt.

Fakt 5: Axolotl sind regenerationsfähig

Dass Axolotl sehr robust sind, merkt man daran, dass ihnen auch schwere Verletzungen scheinbar nichts anhaben können. Tatsächlich besitzen die Tiere die Fähigkeit, zur Regeneration und fehlende oder beschädigte Organe und Gliedmaßen nachwachsen zu lassen.

Verliert ein Axolotl ein Bein, wächst dieses nach einer gewissen Zeit wieder nach. Die Lurche können sogar Teile des Gehirns und des Herzens erneuern, ohne dass erkennbare Schäden zurückbleiben.

FAQ – Häufige Fragen

Man kann Axolotl im Zoofachgeschäft, aber auch beim Züchter kaufen. Zwar werden die Tiere zum Beispiel auch in Kleinanzeigen von privaten Händlern angeboten, hiervon ist generell aber abzuraten, da man nicht wissen kann, ob die Tiere verantwortungsvoll gehalten wurden.

Die Preise für Axolotl können variieren, bewegen sich aber in der Regel zwischen 25 und 35 Euro. Tipp: Wer darüber nachdenkt, sich ein Axolotl zuzulegen, sollte sich neben den Anschaffungskosten auch über die weiteren Kosten (für Haltung, Nahrung, tierärztliche Untersuchungen, etc.) informieren.

Da es sich bei Axolotl um recht pflegeleichte Tiere handelt, die nur wenig Futter und auch kaum Zuneigungsbekundungen brauchen, ist die Haltung auch etwas für Anfänger. Natürlich ist es aber wichtig, sich gründlich auf die Haltung vorzubereiten, das entsprechende Equipment (Kaltwasseraquarium etc.) anzuschaffen und sich vor dem Kauf mit den Bedürfnissen der Tiere auseinanderzusetzen.

Bildquellen:

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